Willkommen in einer vergangenen Ära und zwar der als die 70er auf die 80er trafen. Wer nicht mehr so jung ist blickt voller Nostalgie auf diese Zeit zurück und erinnert sich daran, La Boum im Französisch Unterricht in der Schule gesehen zu haben. Das war natürlich dementsprechend zeitverschoben. Doch im Grunde sind zwei Generationen mit La Boum aufgewachsen. Diejenigen, die den Kinostart miterlebten und dann noch wir, die wir La Boum im Fernsehen sahen. Das war am nächsten Tag dann ein wichtiges Thema auf dem Schulhof, denn immerhin darf La Boum als erste europäische Teenager Komödie gelten, die uns wirklich bewegt hat. Und die Fortsetzung? La Boum 2 verdient den Titel Komödie im Grunde nicht, sondern stellt vielmehr ein Teenager Drama da. Entfaltet wird die Geschichte von Vic Beretton alias Sophie Marceau, dieser jahrelang unterschätzten französischen Schauspielerin. Denn Marceau ist die einzige ihrer Generation, die nicht nur Akademiker, sondern uns alle begeistert hat. Ein echter Filmstar, den jeder kennt und liebt! Umgeben ist Vico diesmal von zwei potentiellen Liebhabern, gespielt von Pierre Cosso und Lambert Wilson. Philippe und der nicht mehr ganz junge Felix der sich womöglich sogar strafbar gemacht hätte mit Vic. Im Grunde sind es sogar drei Liebhaber, denn Mathieu (Alexandre Sterling) aus Teil 1 taucht auch wieder auf und ihm zu Ehren wird diese zweite titelgebende Party auch geschmissen. Im Hintergrund für die Vorbereitungen der zweiten "Boum" müssen zudem Vics Eltern (Claude Brasseur und Brigitte Fossey) ihre Ehe retten, denn das moderne Berufsleben fordert vom Mann, dass er umzieht. Und die Frau? Das ist der Konflikt zweier berufstätiger Eltern. Und während Vics Freundin Penelope (Sheila O'Connor) Woche für Woche mit anderen Jungs geht und bereits die Pille nimmt, ist Vic noch Jungfrau. Ein Teenager, der noch Urlaub bei der Grossmutter in Salzburg macht. Und auf dem Rückweg trifft sie im Zug Philippe. Sie vertauschen ihre Pässe usw. Anders als primitive Teenager Filme der 80er plädiert La Boum 2 dabei ganz unaufdringlich für die Selbstverwirklichung beider Eltern und betrachtet auch Vics Probleme nicht lüstern und albern, sondern ehrlich und einfühlsam. Alles wirkt realistisch; Vic und ihre Freundinnen sprechen und denken so wie echte Teenage. Ein zeitloser Publikumsfilm.
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