Donnerstag, 8. Januar 2026

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Natürlich bi ich nicht alt genug, um mich an das Studio 54 zu erinnern. Vielleicht war es so ähnlich wie das Berghain - mit dem Unterschied, dass im Studio 54 meistens wer Berühmtes beteiligt war. Angeblich kam man auch WIRKLICH nie an den Türstehern vorbei. Es war der Ort, an dem man gesehen werden musste. Eine Glamour Grube der Dekadenz. Bestimmt hatten die Insassen mehr Spass in ihrem Leben als ich mir je vorstellen könnte. Heute scheinen mir viele Berliner davon besessen zu sein, eine Art neues 54 zu schaffen. Eine Besessenheit, die von Mark Christophers fiktivem Spielfilm "54" aber kaum gestillt werden dürfte. Der Film hat leider ein unbefriedigendes Problem: Er ist viel zu zahm. Doch der von Steve Rubell und Ian Schrager geschaffene Club verdient etwas Dekadentes! 54 dagegen gibt nur vor, die New Yorker Disco Kultur einzufangen - nimmt ihr gegenüber aber eine merkwürdig distanzierte Haltung ein. Immerhin war das das Moment, bevor es Aids gab, als üppiger Hedonismus zu einer kollektiven Massen-Hysterie wurde. Sex, Drugs & Disco. 54 entwirft eine inoffizielle Geschichte aus dem Studio 54, bevor die Steuer-Behörde den Laden auseinander nahm. Frage: Ist 54 nun a) eine Retrospektive, b) eine Saturday Night Fever Runderneuerung, c) eine Parodie? Oder etwa ein verwirrender Mischmasch aus allem? 

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