Dienstag, 1. September 2026

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Als ich Ghosts zum ersten Mal sah, bemerkte ich, wie aus dem Tiergarten so etwas wie ein Geisterwald wurde, da verstand ich, was das Label "Berliner Schule" eigentlich bedeutet. Zu aller erst umfasst es, nie mehr zu zeigen als das Allernötigste. In Ghosts erzählt Christian Petzold die Geschichte von zwei jungen Mädchen im Tiergarten und einem Paar, das seine verlorene Tochter sucht. Die Geschichte verknappt Petzold so konzentriert, dass es fast unheimlich wirkt. Je einfacher einer der vielen Möglichkeiten des Films dargestellt wird, desto mehr Alternativen dieser Möglichkeit zeigen sich auf. Da kreuzen sich die Wege zweier Mädchen. Und ein Paar tritt auf. Dann verschwindet ein Mädchen und alles löst sich wieder auf. Wie so oft, orientiert sich Petzold an Vorbildern. Hier am Märchen vom "Totenhemdchen" der Gebrüder-Grimm. Die Untoten erscheinen am helllichten Tag. Sie sind aber nicht gefährlich, sondern einfach nur auf der Suche nach einem Ort, zum Bleiben, Obwohl die Bilder von Christian Petzold den Eindruck machen, der Tiergarten wäre der kälteste Ort der Welt, spüren wir die Verzweiflung der Mädchen. Die Glut der Leidenschaft. 

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