youtube: Caligula (engl. subt.)
youtube: Caligula (engl. subt.). Zuletzt genossen wir Malcolm McDowell
alias Alex in der Serie Mozart In The Jungle. Die schlimmste Erinerrung
an den britischen Charaktermimen aber blieb Caligula. -
Hier kommt der mieseste Film, den ich je sah! Eine einzige Schande,
diesen Mist mitansehen zu müssen. Erstaunlich nur, wieviele berühmte
Leute darin mitwirken wollten(?). Wir haben Caligula tatsächlich in
unserem kleinen Kino ausprobiert - wider besseren Wissens. Ein Stück
Müll, das sich als pseudo-Kunst ausgibt. Weder ein guter Film, noch
schöner Trash, geschweige denn ein guter Porno. Im Gegenteil; die Macher
von Caligula sind meilenweit entfernt von einem guten Porno. Hier
beweisen sie, dass sie eine abstossende, perverse und grausame Phantasie
ihr eigen nennen - keine einzige Szene ist ein Vergnügen und natürlich
kommt nie so etws wie Lust auf. Caligula ist so gesehen auch ein sehr
trauriges Werk. Sicher, ich war gewarnt, dass Tino Brass Opus
gewalttätig sei. Schön, warum nicht! Wer aber hätte erwartet, dass ein
Mann mit verschlossenem Urinaltrakt mit Gallonen von Wein abgefüllt und
schliesslich aufgehackt wird? Oder dass Hunde die Genitalien eines
Mannes fressen? Vergewaltigungen, Bestialitäten, Perversionen, Sodomie -
all das ist Caligula. Am merkwürdigsten: Der Film scheint eine Art
sensible Distanz zur eigenen Geschmacklosigkeit zu halten. Peter O'Toole
oder Malcolm McDowell agieren gar nicht wirklich. Hat man alles
anschliessend bearbeitet und aufgeblasen? Wussten sie davon? Immerhin
erscheint Tinto Brass Name gar nicht in den Credits. Der Soundtrack ist
mies, das Drehbuch auch. Die Schauspieler wurden offensichtlich
nachsynchronisiert (gab es ganz andere Dialoge zuvor?). Kamera und Regie
wirken wie die Arbeiten von Anfängern. Die einzelnen Szenen wollen
nicht zusammenpassen und alles erscheint matschig und verdreckt.
Bestimmt freuen sich nun manche, dass Caligula so schlecht ist, dass er
sich nun wieder lohnt. Ist aber nicht so. Der Mensch ist nun einmal das
neugierigste Säugetier - doch obwohl es uns allen klar sein sollte, dass
Caligula schlecht ist, mussten wir es doch ausprobieren. Wie traurig!
Nach 170 Minuten meinte eine Freundin zu mir, dass sie nun das übelste
Stück Dreck aller Zeiten gesehen hat. Ob das sein müsste?
Wir sind Bar UND Videothek. Cinegeek.de ist unser Social Network für besondere Filme, aufbauend auf unserer Filmkunstbar Fitzcarraldo. Hier findest du unseren DVD Katalog, den wir, die Videothekare und ihr, die Kunden, gemeinsam zusammengestellt haben (klick auf "Featured Movies"). Darüber hinaus haben wir alle Empfehlungen als "Film Lists" veröffentlicht.
Mittwoch, 1. März 2017
Dienstag, 28. Februar 2017
youtube: Eureka (engl. subt.)
youtube: Eureka (engl. subt.). Shinji Aoyama, einer der japanischen Regisseure, die sich an den Klassikern orientieren, hat nun einen Horrorfilm inszeniert: True Horror Story. Gespannt? Deshalb gibts heute Erureka. - Die Farben von Eureka wirken so, als hätte man sie aus einem alten Buch gerissen. Ein Junge und ein Mädchen, Geschwister, steigen in einen Reisebus, irgendwo im japanischen Hinterland. Die Weite der Landschaft, das Geräusch der Motoren - doch plötzlich, aus dem Nichts eskaliert Gewalt! Ein Wahnsinniger, bewaffnet, nimmt den Busfahrer als Geisel. Er wird bis zum letzten Atemzug kämpfen und fast auch die Kinder erschiessen. Am Ende zählt man sechs Tote. Der Schrecken dauert nicht lang; das Trauma aber wirkt über die gesamte (Über-)länge von Eureka nach. Zwei Jahre später. Die Geschwister sind verwaist. Wir wissen nicht, weshalb und Eureka kommentiert das nicht. Der Vater starb wohl bei einem Unfall, die Mutter verschwand. Es sind surreale, schaurige Szenen. Die Kinder bleiben zurück in einem Geisterhaus - und sie selbst sind die Gespenster. Sprachlos, verstört. Wir sehen sie, wie sie vier Gräber errichten für die Toten des Busunglücks. Dann Kozue, das Mädchen, wie sie mit geschlossenen Augen auf einem Bahngleis verharrt. Der Tod wäre ihr ein willkommenes Geschenk. Dann kehrt der Busfahrer im Geisterhaus ein. Seine Familie versteht ihn nicht mehr, wohl aber die sprachlosen Geschwister. Währenddessen sucht eine Mordserie die Umgebung heim und man verdächtigt ihn, den traumatisierten Busfahrer. Doch schliesslich ergreift er die Initiative, kauft einen Bus, nimmt die Geschwister mit auf eine spirituelle Reise. Nun wird Eureka zum Road Movie. Es ist eine symbiotische Beziehung, welche die Sprachlosen eingehen. Sie scheint nicht von dieser Welt. Eureka beweist, dass Filme keiner Worte bedarf. Eureka ist still, wirkt über die Komposition der Bilder, das Unerklärliche und eine rumorende Tonspur. Fast wie ein Musikstück, über Emotionen, nicht den Verstand. Die Schönheit der Bilder, sie wirkt dem Schmerz entgegen. Am Ende steht die Erlösung. Man mag das mögen oder nicht, aber die Protagonisten werden zu Heiligen stilisiert. Am Ozean angekommen, entschwindet die Kamera gen Himmel...
youtube: Eureka (engl. subt.). Shinji Aoyama, einer der japanischen Regisseure, die sich an den Klassikern orientieren, hat nun einen Horrorfilm inszeniert: True Horror Story. Gespannt? Deshalb gibts heute Erureka. - Die Farben von Eureka wirken so, als hätte man sie aus einem alten Buch gerissen. Ein Junge und ein Mädchen, Geschwister, steigen in einen Reisebus, irgendwo im japanischen Hinterland. Die Weite der Landschaft, das Geräusch der Motoren - doch plötzlich, aus dem Nichts eskaliert Gewalt! Ein Wahnsinniger, bewaffnet, nimmt den Busfahrer als Geisel. Er wird bis zum letzten Atemzug kämpfen und fast auch die Kinder erschiessen. Am Ende zählt man sechs Tote. Der Schrecken dauert nicht lang; das Trauma aber wirkt über die gesamte (Über-)länge von Eureka nach. Zwei Jahre später. Die Geschwister sind verwaist. Wir wissen nicht, weshalb und Eureka kommentiert das nicht. Der Vater starb wohl bei einem Unfall, die Mutter verschwand. Es sind surreale, schaurige Szenen. Die Kinder bleiben zurück in einem Geisterhaus - und sie selbst sind die Gespenster. Sprachlos, verstört. Wir sehen sie, wie sie vier Gräber errichten für die Toten des Busunglücks. Dann Kozue, das Mädchen, wie sie mit geschlossenen Augen auf einem Bahngleis verharrt. Der Tod wäre ihr ein willkommenes Geschenk. Dann kehrt der Busfahrer im Geisterhaus ein. Seine Familie versteht ihn nicht mehr, wohl aber die sprachlosen Geschwister. Währenddessen sucht eine Mordserie die Umgebung heim und man verdächtigt ihn, den traumatisierten Busfahrer. Doch schliesslich ergreift er die Initiative, kauft einen Bus, nimmt die Geschwister mit auf eine spirituelle Reise. Nun wird Eureka zum Road Movie. Es ist eine symbiotische Beziehung, welche die Sprachlosen eingehen. Sie scheint nicht von dieser Welt. Eureka beweist, dass Filme keiner Worte bedarf. Eureka ist still, wirkt über die Komposition der Bilder, das Unerklärliche und eine rumorende Tonspur. Fast wie ein Musikstück, über Emotionen, nicht den Verstand. Die Schönheit der Bilder, sie wirkt dem Schmerz entgegen. Am Ende steht die Erlösung. Man mag das mögen oder nicht, aber die Protagonisten werden zu Heiligen stilisiert. Am Ozean angekommen, entschwindet die Kamera gen Himmel...
Montag, 27. Februar 2017
youtube: Un Homme Qui Dort (engl. subt.)
youtube: Un Homme Qui Dort (engl. subt.) Ein schöner Job, Videothekar in der Filmkunstbar Fitzcarraldo! Ein Kunde fragte mich nach Un Homme Qui Dort. Einen Film, den wir noch nicht haben. Schliesslich fand ich ihn auf youtube in guter Qualität. - Existentielle Depression, Entfremdung, Nihilismus. Ein junger Student aus Paris, isoliert, vereinsamt. Das ist das Thema von Bernard Queysannes Drama aus dem Jahr 1974, das er nach dem Roman von Georges Perec filmte. Es wirkt so, als ob hier ein Tagebuch auf die Leinwand übertragen wurde. So schleppend und verlangsamt, wie wohl auch die Gedanken dieses Studenten sein mögen. Kalt und distanziert das Werk, gleich der Welt des Protagonisten, zwingt uns Queysanne dessen Perspektive auf. Jacques Spiesser heisst er. Ein schöner, unaiuffälliger Mann. Wir begleiten ihn, wie er ziellos durch die Strassen von Paris schlendert. Paris in erlesenen Schwarzweiss Bildern - die Schönheit des Films entspricht der des Protagonisten. Langsam entgleitet Spiesser sein "normales" Leben und er entfremdet sich von der Welt, fällt in ein Loch tiefer Isolation. Prätentiös? Aber nein, es ist der radikale Versuch, die Ästhetik des Films anzugleichen an sein Sujet. Eine deprimierende Herausforderung und filmische Entdeckungsreise! Man hat Un Homme Qui dort zu den besten Filmen aller Zeiten gezählt. Ich würde ihn als vergessenes Meisterwerk bezeichnen! (Leider ist die DVD derzeit vergriffen. Es existiert eine schöne Veröffentlichung, die auch mit deutschem und englischen Ton läuft. Wird sofort angeschafft, wenn wieder lieferbar! Du findest den Film auch auf youtube mit englischen Untertiteln.)
youtube: Un Homme Qui Dort (engl. subt.) Ein schöner Job, Videothekar in der Filmkunstbar Fitzcarraldo! Ein Kunde fragte mich nach Un Homme Qui Dort. Einen Film, den wir noch nicht haben. Schliesslich fand ich ihn auf youtube in guter Qualität. - Existentielle Depression, Entfremdung, Nihilismus. Ein junger Student aus Paris, isoliert, vereinsamt. Das ist das Thema von Bernard Queysannes Drama aus dem Jahr 1974, das er nach dem Roman von Georges Perec filmte. Es wirkt so, als ob hier ein Tagebuch auf die Leinwand übertragen wurde. So schleppend und verlangsamt, wie wohl auch die Gedanken dieses Studenten sein mögen. Kalt und distanziert das Werk, gleich der Welt des Protagonisten, zwingt uns Queysanne dessen Perspektive auf. Jacques Spiesser heisst er. Ein schöner, unaiuffälliger Mann. Wir begleiten ihn, wie er ziellos durch die Strassen von Paris schlendert. Paris in erlesenen Schwarzweiss Bildern - die Schönheit des Films entspricht der des Protagonisten. Langsam entgleitet Spiesser sein "normales" Leben und er entfremdet sich von der Welt, fällt in ein Loch tiefer Isolation. Prätentiös? Aber nein, es ist der radikale Versuch, die Ästhetik des Films anzugleichen an sein Sujet. Eine deprimierende Herausforderung und filmische Entdeckungsreise! Man hat Un Homme Qui dort zu den besten Filmen aller Zeiten gezählt. Ich würde ihn als vergessenes Meisterwerk bezeichnen! (Leider ist die DVD derzeit vergriffen. Es existiert eine schöne Veröffentlichung, die auch mit deutschem und englischen Ton läuft. Wird sofort angeschafft, wenn wieder lieferbar! Du findest den Film auch auf youtube mit englischen Untertiteln.)
FILM LIST: Loneliness
Loneliness
"Are you talkin' to me? Well, I'm the only one here." - Travis Bickle steht vor dem Spiegel. Ein verzweifelter Charakter, unfähig, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Überall um ihn herum gelingt den Menschen genau das. Travis aber ist anders. (Wir stellen nicht die Filme, nur die links zur Verfügung. SEHT EUCH DIE LINKS SCHNELL AN, BEVOR SIE GELÖSCHT WERDEN. 27.2.17)Sonntag, 26. Februar 2017
youtube: John Landis - Into The Night
youtube: John Landis - Into The Night. Was macht John Landis? Wie kein zweiter Regisseur gehört er mit seinem Anarcho Humor in die 80er. Nun produzierte er ein Remake seines American Werewolf in London. Regie: Sohn Max Landis. Wir zeigen deshalb John Landis auf der Höhe seiner Kunst mit Into The Night. - Die Geschichte von John Landis Into The Night mag ziellos sein, der ganze Film recht wirr. Into The Night hat kein Zentrum, Jeff Goldblum jedenfalls wirkt so weggetreten wie es seine Rolle verlangt und Michelle Pfeiifer ist eine unsympathische Zicke. John Landis Krimi-Komödie hat dafür ganz andere Vorzüge: Stilsicherheit, Atmosphäre, einen B. B. King Soundtrack und folgende Regisseure, die sich die Ehre geben: David Cronenberg, Don Siegel, Jim Henson, Amy Heckerling, Lawrence Kasdan, Paul Mazursky, Roger Vadim (...) Ferner treten auf Irene Papas, David Bowie, Dan Aykroyd, Vera Miles (...) Into the Night, ein Privatfilm und ich denke, alle Beteiligten hatten Spass! Goldblum spielt Ed Okin, einen Ingenieur, der unglücklich verheiratet ist, unglücklich mit seiner Arbeit, ausserdem ruhelos und depressiv. Er kann nachts nicht schlafen. Seinem Kollegen erzählt er, seine Frau hätte ihm "einen schönen Tag" gewünscht. So wie man das beim Bäcker hört. Ed erwischt seine Frau, die eine Affäre hat und beschliesst, zum Flughafen herauszufahren. Was für wundervolle Dinge könnten nun geschehen? Aber: Diana (Michelle Pfeiffer) landet auf der Motorhaube seines Wagens. Sie wird von arabischen Gangstern gejagt, die wohl hinter Juwelen her sind. Die Araber jagen das Paar, vier Idioten, die eine gewaltige Unruhe in Landis Film bringen. Der Plot interessiert ab diesem Moment nicht mehr. Landis ergibt sich ganz seinem Ideenreichtum, filmt ohne Disziplin sein eigens geschaffenes Chaos. Er selbst spielt einen der Araber und das erklärt alles. Zum Glück aber erlöst er uns immer wieder von seinen Verfolgungsjagden und stellt die Liebesgeschichte zwischen Diana und Ed in den Vordergrund. Überraschenderweise funktioniert die: Das Mädchen, das nichts besitzt, ausser das, was man ihr schenkt und der unglückliche Ingenieur. Diana zerstört Eds Leben, sie schenkt ihm aber auch ein Neues. Immer wieder gibts genialische Momente, etwas wenn David Bowie als Gentleman Gangster Ed sanft bedroht. Wer einen Film sehen möchte, dem herkömmliches Inszenieren ganz egal ist und der stattdessen eine Privatpartiy mit lauter Nicht-Schauspielern schmeisst, darf sich eingeladen fühlen. Natürlich ists wie immer am besten, die Original DVD bei uns zu leihen, denn dort gibts als Bonus ein tolles Interview: John Landis, der Zapller, interviewt B. B. King, der offensichtlich sein grosses Idol ist. Mehr noch: B. B. King spielt gemeinsam mit Eddie Murphy, Steve Martin, Dan Aykroyd und anderen Landis Weggenossen eine Nummer. Bestimmt hatte Gastgeber Landis noch viel mehr zu bieten als das, was wir im fertigen Film sehen!
youtube: John Landis - Into The Night. Was macht John Landis? Wie kein zweiter Regisseur gehört er mit seinem Anarcho Humor in die 80er. Nun produzierte er ein Remake seines American Werewolf in London. Regie: Sohn Max Landis. Wir zeigen deshalb John Landis auf der Höhe seiner Kunst mit Into The Night. - Die Geschichte von John Landis Into The Night mag ziellos sein, der ganze Film recht wirr. Into The Night hat kein Zentrum, Jeff Goldblum jedenfalls wirkt so weggetreten wie es seine Rolle verlangt und Michelle Pfeiifer ist eine unsympathische Zicke. John Landis Krimi-Komödie hat dafür ganz andere Vorzüge: Stilsicherheit, Atmosphäre, einen B. B. King Soundtrack und folgende Regisseure, die sich die Ehre geben: David Cronenberg, Don Siegel, Jim Henson, Amy Heckerling, Lawrence Kasdan, Paul Mazursky, Roger Vadim (...) Ferner treten auf Irene Papas, David Bowie, Dan Aykroyd, Vera Miles (...) Into the Night, ein Privatfilm und ich denke, alle Beteiligten hatten Spass! Goldblum spielt Ed Okin, einen Ingenieur, der unglücklich verheiratet ist, unglücklich mit seiner Arbeit, ausserdem ruhelos und depressiv. Er kann nachts nicht schlafen. Seinem Kollegen erzählt er, seine Frau hätte ihm "einen schönen Tag" gewünscht. So wie man das beim Bäcker hört. Ed erwischt seine Frau, die eine Affäre hat und beschliesst, zum Flughafen herauszufahren. Was für wundervolle Dinge könnten nun geschehen? Aber: Diana (Michelle Pfeiffer) landet auf der Motorhaube seines Wagens. Sie wird von arabischen Gangstern gejagt, die wohl hinter Juwelen her sind. Die Araber jagen das Paar, vier Idioten, die eine gewaltige Unruhe in Landis Film bringen. Der Plot interessiert ab diesem Moment nicht mehr. Landis ergibt sich ganz seinem Ideenreichtum, filmt ohne Disziplin sein eigens geschaffenes Chaos. Er selbst spielt einen der Araber und das erklärt alles. Zum Glück aber erlöst er uns immer wieder von seinen Verfolgungsjagden und stellt die Liebesgeschichte zwischen Diana und Ed in den Vordergrund. Überraschenderweise funktioniert die: Das Mädchen, das nichts besitzt, ausser das, was man ihr schenkt und der unglückliche Ingenieur. Diana zerstört Eds Leben, sie schenkt ihm aber auch ein Neues. Immer wieder gibts genialische Momente, etwas wenn David Bowie als Gentleman Gangster Ed sanft bedroht. Wer einen Film sehen möchte, dem herkömmliches Inszenieren ganz egal ist und der stattdessen eine Privatpartiy mit lauter Nicht-Schauspielern schmeisst, darf sich eingeladen fühlen. Natürlich ists wie immer am besten, die Original DVD bei uns zu leihen, denn dort gibts als Bonus ein tolles Interview: John Landis, der Zapller, interviewt B. B. King, der offensichtlich sein grosses Idol ist. Mehr noch: B. B. King spielt gemeinsam mit Eddie Murphy, Steve Martin, Dan Aykroyd und anderen Landis Weggenossen eine Nummer. Bestimmt hatte Gastgeber Landis noch viel mehr zu bieten als das, was wir im fertigen Film sehen!
Samstag, 25. Februar 2017
FILM LIST: Independent Movies 80s
Independent Movies - 80s
Der Boom des Indie Kinos, begann in den 90ern. Das Fundament aber wurde in den 80ern gelegt mit der Gründung des Sundance Filmfestivals und auch durch den Niedergang der New Hollywood Ära. Die 80s, das war die wunderbare Zeit der Blockbuster, aber eben auch solcher Perlen wie Stranger Than Paradise, Mala Noche und She's Gotta Have It. Eine Reise zurück. (Wir stellen nicht die Filme, nur die links zur Verfügung. SEHT EUCH DIE LINKS SCHNELL AN, BEVOR SIE GELÖSCHT WERDEN. 24.2.17)Freitag, 24. Februar 2017
youtube: Martin Scorsese - Taxi Driver
youtube: Martin Scorsese - Taxi Driver. Womöglich ist Scorseses neuester Streich sein sperrigstes Werk (Silence jetzt im Kino!)? Wir erinnern uns an Taxi Driver, der ja auch einige Rätsel aufgab. - "Are you talking to me? Well, I'm the only one here." Der wahrhaftigste Satz in Martin Scorseses Taxi Driver! Travis Bickle (Robert De Niro) hat diese furchtbare Angewohnheit, Kontakt zu anderen Menschen herstellen zu wollen. Überall um ihn herum gelingt das den verschiedendsten Menschen - nur er bleibt ausgeschlossen. Taxi Driver wirkt auf mich wie eine Reihe fehlgeschlagener Versuche, der Kontaktaufnahme. Jeder einzelne Versuch geht schief. Einmal bittet Travis ein Mädchen um eine Verabredung und geht mit ihr in einen Porno. Dann versucht er sich im Small Talk, aber mit einem Agenten des Secret Service. Schliesslich versucht er sich, mit einer minderjährigen Prostituierten anzufreunden (sie aber hat Angst vor Travis). Er ist so vollkommen allein, dass die Frage - mit wem er denn da spricht - an sich selbst gerichtet ist: Tavis fragt sich selbst vor dem Spiegel. Diese Einsamkeit ist das Herz von Taxi Driver und das macht ihn zu einem der kraftvollsten Filme überhaupt. Womöglich liegts auch an seiner Einsamkeit, dass wir Travis als Filmcharakter, der wie von einem anderen Stern kommt, wahrnehmen. Hat sich nicht jeder von uns schon einmal genauso einsam gefühlt? Jedoch konnten wir besser damit umgehen. Scorses Film wurde 1976 im Kino aufgeführt und doch ist er mir nie so recht vertraut geworden. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, riss es mich fort in Travis Welt der Einsamkeit und Wut. Es ist eine Unterwelt. Eine verkehrte Welt. Man kann nachlesen, dass der Drehbuch-Autor Paul Schrader von John_Fords The_Searchers inspiriert worden war. Es stimmt. In beiden Filmen verliert sich ein Mann bei seiner Odyssee, einer Frau zu helfen. Doch in beiden Filmen wollen die Frauen diese Hilfe gar nicht! Wie auch im Vorbild spielt Robert De Niro einen Kriegs-Veteranen. Travis wurde während des Vietnam Krieges traumatisiert. Sein Versuch, der zwölfjährigen Nutte Iris (Jodie Foster) zu helfen, die von ihrem Zuhälter Sport (Harvey Keitel) "gehalten" wird, endet in einem Blutbad, wie es selbst in Scorseses Werk einmalig ist. Iris will sehr wohl mit Sport verbunden sein! Ein vereinsamter Mann, ein Suchender, macht sich auf, einer Frau zu helfen, obwohl sie ihn nicht darum bittet. Diese zentrale Handlung von Taxi Drover wird in sämtlichen Parallel-Handlungen des Films gespiegelt. Travis Gefühle Schwarzen gegenüber, seine merkwürdige Sexualität (ersetzen wir den Begriff der Liebe einfach durch Pornographie), sein Hass auf die Grossstadt... Scrosese und Schrader formen einen Charakter voller Wut und Hass. Einen ängstlichen Menschen. Durch die Windschutzscheibe seines Taxis sieht er die Nutten und Zuhälter auf den Strassen Manhattans. Wie in Zeitlupe. Scorsese schafft es, das Innenleben von Travis ohne Dialoge darzustellen. Er verfolgt den Zweck, uns Travis Perspektive aufzudrücken. Wir werden zu Travis - und doch fühlen wir uns recht verloren in Taxi Driver. Viel wurde diskutiert, so die End-Szene. Ist sie real oder Imagination? Überlebt Travis den Schusswechsel? Oder nehmen wir die letzten Gedanken eines Sterbenden wahr? Es ist schwer zu sagen und im Finale wirkt Taxi Driver mehr wie eine Oper und weniger wie ein Drama. Alles wird über Emotionen ausgedrückt. Taxi Driver ist ein Film über Erlösung, nicht über Verdammnis. Travis existiert nicht mehr in der Realität, sondern in seiner Gedankenwelt. Letztendlich hat ihm das seinen ganz eigenen Frieden verschafft.
youtube: Martin Scorsese - Taxi Driver. Womöglich ist Scorseses neuester Streich sein sperrigstes Werk (Silence jetzt im Kino!)? Wir erinnern uns an Taxi Driver, der ja auch einige Rätsel aufgab. - "Are you talking to me? Well, I'm the only one here." Der wahrhaftigste Satz in Martin Scorseses Taxi Driver! Travis Bickle (Robert De Niro) hat diese furchtbare Angewohnheit, Kontakt zu anderen Menschen herstellen zu wollen. Überall um ihn herum gelingt das den verschiedendsten Menschen - nur er bleibt ausgeschlossen. Taxi Driver wirkt auf mich wie eine Reihe fehlgeschlagener Versuche, der Kontaktaufnahme. Jeder einzelne Versuch geht schief. Einmal bittet Travis ein Mädchen um eine Verabredung und geht mit ihr in einen Porno. Dann versucht er sich im Small Talk, aber mit einem Agenten des Secret Service. Schliesslich versucht er sich, mit einer minderjährigen Prostituierten anzufreunden (sie aber hat Angst vor Travis). Er ist so vollkommen allein, dass die Frage - mit wem er denn da spricht - an sich selbst gerichtet ist: Tavis fragt sich selbst vor dem Spiegel. Diese Einsamkeit ist das Herz von Taxi Driver und das macht ihn zu einem der kraftvollsten Filme überhaupt. Womöglich liegts auch an seiner Einsamkeit, dass wir Travis als Filmcharakter, der wie von einem anderen Stern kommt, wahrnehmen. Hat sich nicht jeder von uns schon einmal genauso einsam gefühlt? Jedoch konnten wir besser damit umgehen. Scorses Film wurde 1976 im Kino aufgeführt und doch ist er mir nie so recht vertraut geworden. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, riss es mich fort in Travis Welt der Einsamkeit und Wut. Es ist eine Unterwelt. Eine verkehrte Welt. Man kann nachlesen, dass der Drehbuch-Autor Paul Schrader von John_Fords The_Searchers inspiriert worden war. Es stimmt. In beiden Filmen verliert sich ein Mann bei seiner Odyssee, einer Frau zu helfen. Doch in beiden Filmen wollen die Frauen diese Hilfe gar nicht! Wie auch im Vorbild spielt Robert De Niro einen Kriegs-Veteranen. Travis wurde während des Vietnam Krieges traumatisiert. Sein Versuch, der zwölfjährigen Nutte Iris (Jodie Foster) zu helfen, die von ihrem Zuhälter Sport (Harvey Keitel) "gehalten" wird, endet in einem Blutbad, wie es selbst in Scorseses Werk einmalig ist. Iris will sehr wohl mit Sport verbunden sein! Ein vereinsamter Mann, ein Suchender, macht sich auf, einer Frau zu helfen, obwohl sie ihn nicht darum bittet. Diese zentrale Handlung von Taxi Drover wird in sämtlichen Parallel-Handlungen des Films gespiegelt. Travis Gefühle Schwarzen gegenüber, seine merkwürdige Sexualität (ersetzen wir den Begriff der Liebe einfach durch Pornographie), sein Hass auf die Grossstadt... Scrosese und Schrader formen einen Charakter voller Wut und Hass. Einen ängstlichen Menschen. Durch die Windschutzscheibe seines Taxis sieht er die Nutten und Zuhälter auf den Strassen Manhattans. Wie in Zeitlupe. Scorsese schafft es, das Innenleben von Travis ohne Dialoge darzustellen. Er verfolgt den Zweck, uns Travis Perspektive aufzudrücken. Wir werden zu Travis - und doch fühlen wir uns recht verloren in Taxi Driver. Viel wurde diskutiert, so die End-Szene. Ist sie real oder Imagination? Überlebt Travis den Schusswechsel? Oder nehmen wir die letzten Gedanken eines Sterbenden wahr? Es ist schwer zu sagen und im Finale wirkt Taxi Driver mehr wie eine Oper und weniger wie ein Drama. Alles wird über Emotionen ausgedrückt. Taxi Driver ist ein Film über Erlösung, nicht über Verdammnis. Travis existiert nicht mehr in der Realität, sondern in seiner Gedankenwelt. Letztendlich hat ihm das seinen ganz eigenen Frieden verschafft.
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