youtube: Ingmar Bergman - Cries And Whispers (engl. subt.)
youtube: Ingmar Bergman - Cries And Whispers (engl. subt.). Bergman
liegt mir sehr am Herzen und deshalb gibts auch wieder eine Bergman
Reihe in der Filmkunstbar Fitzcarraldo. - Ein Film wie ein Grab. Furcht,
Verzweiflung und Hass - Gefühle, die erstarken, wenn eines fehlt:
Selbstlose Liebe. Es ist bestimmt Ingmar Bergmans Mittel, seinem
Selbst-Ekel Ausdruck zu verleihen, in der Hoffnung, diejenigen zu
erreichen, die noch Vertrauen haben. Diejenigen, die noch glauben. Die
Geschichte spielt in einem schwedischen Herrenhaus. Agnes stirbt und die
Angehörigen sind gekommen, sie zu verabschieden. Ihre Schwestern, Maria
und Karin sowie die Angestellte Anna; sie alle warten. Manchmal treten
Männer auf, wie der Doktor. Im Grunde aber ist es ein Film über die drei
Schwestern und ihre gemeinsame qualvolle Biographie. Eine monströse
Familie! Maria (Liv Ullmann) ist flatterhaft und unbeständig. Sie
betrügt ihren Mann, was zur Katastrophe führt (wobei wir nicht den
Eindruck bekommen, dass Maria daran Anteil nimmt). Karin (Ingrid Thulin)
ist kalt und feindselig. Sie hasst ihren Mann und schneidet sich selbst
(mit einem Ausdruck des Triumphs, wenn sie sich das Blut ins Gesicht
schmiert). Karin gesteht Maria, wie sehr sie sie immer gehasst hat.
Agnes (Harriet Andersson), die sterbende Schwester, ist ganz befangen in
ihrem Schmerz. Manchmal gibt sie qualvolle Laute von sich und dann
tritt Anna (Kari Sylwan) an ihr Bett, um ihre Hand zu halten. Sie ist
der gute Mensch in Bergmans Film, die für die Seele ihrer toten Tochter
betet. Sie liebt Agnes und würde auch ihre Schwestern lieben. Wenn das
ginge. Nie hat Bergman einen schmerzhafteren Film gemacht. Ist es sein
Versuch des Bedauerns, weil er Anderen weh tat? Die Bilder stammen von
Sven Nykvist, wie in so vielen Bergman Werken. Ein tiefes Rot ist der
vorherrschende Ton. Denke ich an Cries And Whispers, dann an dieses
Blutrot. Es ist die Farbe des Todes und der Pein. Wir sind gefangen in
diesem Haus, einer klaustrophobischen Situation aus Schmerz und Tod
ausgeliefert. So wie die Schwestern. Manchmal zeigt Bergman in
Rückblenden etwas über ihr Leben - und endet immer in diesem
schrecklichen Rot. Tiefe Wunden zeichnen die Familien-Geschichte. Agnes
und Anna heirateten nie. Sie lebten zusammen, womöglich in Liebe. Am
Ende des Film mutet Bergman uns eine Traumsequenz zu, in der Agnes ihre
Schwestern um Hilfe bittet. Beide lehnen das ab. Es muss Annas Traum
sein und in diesem Traum erwacht Agnes wieder zum Leben... Als Bergmans
Film ins Kino kam, wurde er mehr gelobt als jedes andere Werk des
Regisseurs. Liest man die Kritiken seiner Zeit, finden sich alle
möglichen Interpretations-Möglichkeiten. Für mich ist Cries And Whispers
ein Abbild der Hölle. Sicherlich beeinflusste Bergman die Mindgame
Movies, vor allem der 90er - all die Filme, die wie ein Puzzle
konstruiert sind. Bergmans Melodram aber richtet sich nicht an junge
Zuschauer (die ja immer am liebsten puzzlen!). Die Gefühle stehen für
sich. Sie bedürfen keiner Begründung. Und für was sonst sollten
sämtliche Handlungen der Schwestern stehen als die Tatsache, wie sehr
uns das Leben beglücken, aber auch quälen kann? (Du findest den Film auf
youtube)
Wir sind Bar UND Videothek. Cinegeek.de ist unser Social Network für besondere Filme, aufbauend auf unserer Filmkunstbar Fitzcarraldo. Hier findest du unseren DVD Katalog, den wir, die Videothekare und ihr, die Kunden, gemeinsam zusammengestellt haben (klick auf "Featured Movies"). Darüber hinaus haben wir alle Empfehlungen als "Film Lists" veröffentlicht.
Samstag, 8. April 2017
Donnerstag, 6. April 2017
youtube: The Cranes Are Flying (engl. subt.)
youtube: The Cranes Are Flying (engl. subt.). Mehr vom grossen soviet-Kino! So wie wirs in unserer Gallerie der Filmkunstbar Fitzcarraldo zusammmengestellt haben! - Dieser bildschöne Film wird dich zum Weinen bringen! Tatiana Samoilowa, ein wahrer Soviet-Filmstar verzückte die Welt und die Filmfestspiele in Cannes! Sie entsprach so gar nicht dem Typus des Soviet-Kinos. Weder war sie die "Proletarierin" noch die hemdsärmliche "Arbeiterin". Sie ist das Mädchen aus der Stadt, die uns mit sanften mandelförmigen Augen anblickt. Es ist ein Werk über den grossen vaterländischen Krieg, aber ohne Stalin, heldenhafte Soviets und düstere Nazis. The Cranes Are Flying, ein Film aus der sogenannten "Tauwetterperiode", der Zeit nach Stalin. Und Entstalinisierung bedeutete Freiheit! Zurück zur Blüte des Soviet-Kinos, weg vom sozialistischen Realismus mit seinen langweiligen Stereotypen! 1958 lief The Cranes Are Flying in Canes und rührte sowohl Jury als auch Publikum gleichermassen zu Tränen. Es war der erste sovietische Gewinner der goldenen Palme. Wir konnten den Film damals im DDR Fernsehen sehen (in Berlin konnte man das empfangen). Samoilowa wurde in der DEFA Fassung übrigens von Eva-Maria Hagen synchronisiert (die vorliegende DVD aus der Filmkunstbar Fitzcarraldo enthält diese Fassung). Sie verkörperte ein Mädchen aus dem Volk. Jeder Gefühlsausdruck, ob Schmerz oder Glück - es lässt sich unmittelbar in ihrem Gesicht lesen. Sie spielt Weronika, die kurz vor dem Überfall der Deutschen in Boris verliebt ist. Er nennt sie "Eichhörnchen" und gemeinsam beobachten sie die Kraniche über der Stadt. Boris aber meldet sich freiwillig an die Front und wird an Weronikas Geburtstag eingezogen. Verabschieden kann er sich nicht. Er lässt ihr ein Spielzeug, ein Eichhörnchen zurück. Weronika wird von Boris Familie aufgenommen. Sein Cousin, der Künstler Mark, liebte sie schon seit langem heimlich. Er verführt sie und schliesslich willigt sie einer Heirat ein, während man Boris für vermisst hält... Ein Frau, die man verdammen sollte? Anhimmeln? Einfach nur verstehen? Stellen wir uns das vor dem Hintergrund der Zeit vor, wird uns bewusst, welche Sprengkraft Michail Kalatosows film hatte. Womöglich, weil er schlicht unpolitisch war?
youtube: The Cranes Are Flying (engl. subt.). Mehr vom grossen soviet-Kino! So wie wirs in unserer Gallerie der Filmkunstbar Fitzcarraldo zusammmengestellt haben! - Dieser bildschöne Film wird dich zum Weinen bringen! Tatiana Samoilowa, ein wahrer Soviet-Filmstar verzückte die Welt und die Filmfestspiele in Cannes! Sie entsprach so gar nicht dem Typus des Soviet-Kinos. Weder war sie die "Proletarierin" noch die hemdsärmliche "Arbeiterin". Sie ist das Mädchen aus der Stadt, die uns mit sanften mandelförmigen Augen anblickt. Es ist ein Werk über den grossen vaterländischen Krieg, aber ohne Stalin, heldenhafte Soviets und düstere Nazis. The Cranes Are Flying, ein Film aus der sogenannten "Tauwetterperiode", der Zeit nach Stalin. Und Entstalinisierung bedeutete Freiheit! Zurück zur Blüte des Soviet-Kinos, weg vom sozialistischen Realismus mit seinen langweiligen Stereotypen! 1958 lief The Cranes Are Flying in Canes und rührte sowohl Jury als auch Publikum gleichermassen zu Tränen. Es war der erste sovietische Gewinner der goldenen Palme. Wir konnten den Film damals im DDR Fernsehen sehen (in Berlin konnte man das empfangen). Samoilowa wurde in der DEFA Fassung übrigens von Eva-Maria Hagen synchronisiert (die vorliegende DVD aus der Filmkunstbar Fitzcarraldo enthält diese Fassung). Sie verkörperte ein Mädchen aus dem Volk. Jeder Gefühlsausdruck, ob Schmerz oder Glück - es lässt sich unmittelbar in ihrem Gesicht lesen. Sie spielt Weronika, die kurz vor dem Überfall der Deutschen in Boris verliebt ist. Er nennt sie "Eichhörnchen" und gemeinsam beobachten sie die Kraniche über der Stadt. Boris aber meldet sich freiwillig an die Front und wird an Weronikas Geburtstag eingezogen. Verabschieden kann er sich nicht. Er lässt ihr ein Spielzeug, ein Eichhörnchen zurück. Weronika wird von Boris Familie aufgenommen. Sein Cousin, der Künstler Mark, liebte sie schon seit langem heimlich. Er verführt sie und schliesslich willigt sie einer Heirat ein, während man Boris für vermisst hält... Ein Frau, die man verdammen sollte? Anhimmeln? Einfach nur verstehen? Stellen wir uns das vor dem Hintergrund der Zeit vor, wird uns bewusst, welche Sprengkraft Michail Kalatosows film hatte. Womöglich, weil er schlicht unpolitisch war?
Mittwoch, 5. April 2017
youtube: Letter Never Sent (engl. subt.)
youtube: Letter Never Sent (engl. subt.). Wir haben für euch in der Filmkunstbar Fitzcarraldo ein paar Klassiker des soviet Kinos zusammengestellt. Vieles gilts zu entdecken! - Er ist einer, den es aus der Blütephase des sovietischen Kinos während der frühen 60er zu entdecken gilt: Mikhail Kalatozov. Er begann in der Stummfilmzeit und man kennt ihn für seine wundervollen Elegien. Kalatozov inszeniert grosse Gefühle - man kann es nicht anders bezeichnen - ganz im Sinne eines "Total Cinema" (und nebenbei stellte man ihm dafür auch echte "Hollywood"-Budgets zur Verfügung). Wesentlich: Der Mann an seiner Seite, der "Mann mit der Kamera"; Sergei Urusevsky und seine kreativen Effekte! Die Geschichten, die Kalatozov erzählt, darf man als solide bezeicnen, doch WIE er sie ihn Szene setzt, das gehört zum Schönsten, was die lange Geschichte des Kinos je hervorbrachte! Obschon; ein Revolutionär war er nie. Weder fasste er politisch Brisantes an, noch entwickelte er einen neuen visuellen Stil. Kalatozov nahm einfach das Beste aus der Stumfilm-Ära und übertrug es in die Gegenwart. Für keinen seiner Film gilt das mehr als Letter Never Sent! Wir befinden uns mitten in Sibirien. Ein Forschungsteam auf der Suche nach Diamanten-Vorkommen. Sabinin (Innokentiy Smoktunovskiy Innokentiy Smoktunovskiy ) leitet die Expedition. Bei jeder Gelegenheit schreibt er einen Brief an seine Frau, der (wie uns der Titel verrät), nie ankommen soll. Sie, Tanya (die schöne Tatyana Samoylova), liebt Andrei (Vasiliy Livanov), während wiederum Sergej (Evgeniy Urbanskiy) Tanya begehrt. Sie verkörpern verschiedene Typen wie den schwachen Akademiker sowie den Pragmatiker. "Mutter Russland" ist nur durch das Radio präsent, denn das Team befindet sich tatsächlich im Nirgendwo. Das Radio bleibt ihre einzige Verbindung zur Aussenwelt, während sie durch einen Sturm aus Eis und Feuer einen Weg zurück suchen... Die Handlung bleibt rudimentär, erlaubt aber einen Mix aus Survival-Drama und schrecklicher Isolation, bis hin zu Passagen, in denen der Wahnsinn ausbricht. Wie klein ist der Mensch angesichts der Naturgewalt, die alles hinfort reisst? Fast meint man, dass die Bilder voll Energie bersten, während die Handlung auf der Stelle tritt. Nichtsdestotrotz, einer der schönsten Filme aller Zeiten! (du findest den Film auf youtube)
youtube: Letter Never Sent (engl. subt.). Wir haben für euch in der Filmkunstbar Fitzcarraldo ein paar Klassiker des soviet Kinos zusammengestellt. Vieles gilts zu entdecken! - Er ist einer, den es aus der Blütephase des sovietischen Kinos während der frühen 60er zu entdecken gilt: Mikhail Kalatozov. Er begann in der Stummfilmzeit und man kennt ihn für seine wundervollen Elegien. Kalatozov inszeniert grosse Gefühle - man kann es nicht anders bezeichnen - ganz im Sinne eines "Total Cinema" (und nebenbei stellte man ihm dafür auch echte "Hollywood"-Budgets zur Verfügung). Wesentlich: Der Mann an seiner Seite, der "Mann mit der Kamera"; Sergei Urusevsky und seine kreativen Effekte! Die Geschichten, die Kalatozov erzählt, darf man als solide bezeicnen, doch WIE er sie ihn Szene setzt, das gehört zum Schönsten, was die lange Geschichte des Kinos je hervorbrachte! Obschon; ein Revolutionär war er nie. Weder fasste er politisch Brisantes an, noch entwickelte er einen neuen visuellen Stil. Kalatozov nahm einfach das Beste aus der Stumfilm-Ära und übertrug es in die Gegenwart. Für keinen seiner Film gilt das mehr als Letter Never Sent! Wir befinden uns mitten in Sibirien. Ein Forschungsteam auf der Suche nach Diamanten-Vorkommen. Sabinin (Innokentiy Smoktunovskiy Innokentiy Smoktunovskiy ) leitet die Expedition. Bei jeder Gelegenheit schreibt er einen Brief an seine Frau, der (wie uns der Titel verrät), nie ankommen soll. Sie, Tanya (die schöne Tatyana Samoylova), liebt Andrei (Vasiliy Livanov), während wiederum Sergej (Evgeniy Urbanskiy) Tanya begehrt. Sie verkörpern verschiedene Typen wie den schwachen Akademiker sowie den Pragmatiker. "Mutter Russland" ist nur durch das Radio präsent, denn das Team befindet sich tatsächlich im Nirgendwo. Das Radio bleibt ihre einzige Verbindung zur Aussenwelt, während sie durch einen Sturm aus Eis und Feuer einen Weg zurück suchen... Die Handlung bleibt rudimentär, erlaubt aber einen Mix aus Survival-Drama und schrecklicher Isolation, bis hin zu Passagen, in denen der Wahnsinn ausbricht. Wie klein ist der Mensch angesichts der Naturgewalt, die alles hinfort reisst? Fast meint man, dass die Bilder voll Energie bersten, während die Handlung auf der Stelle tritt. Nichtsdestotrotz, einer der schönsten Filme aller Zeiten! (du findest den Film auf youtube)
Dienstag, 4. April 2017
youtube: Claude Sautet - Cesar Et Rosalie (german dubbed)
youtube: Claude Sautet - Cesar Et Rosalie (german dubbed). Wir haben eine Romy Schneider Reihe in der Filmkunstbar Fitzcarraldo für euch aufgestellt! Und wir zeigen heute auch Romy Scheider. - Yves Montand ist der Inbegriff des franzöischen Intellektuellen mit linksliberalen Überzeugungen. Romy Schneider ist der Traum eines jeden Jungens meiner Generation (nicht nur meiner!). Claude Sautet hat mit beiden einen Film über Liebe und Hass gemacht. Montand spielt einen Alteisenhändler mit internationalen Verbindungen, Schneider eine Frau, die manchmal bei ihm lebt und ihn manchmal liebt. Diese Manchmal-Phasen müssen aber nicht zwingend zeitgleich ablaufen. Es ist ein typisch französischer Film mit der besonderen (französischen) Qualität, etwas Simples wie die Liebe furchtbar kompliziert darzustellen. Zum Vergleich: In einem "normalen" Film liebt man und nichts anderes zählt mehr. Natürlich ist man auch jung. Die Liebe eines reifen Mannes wie Montand mag dagegen lächerlich erscheinen. Oder nicht? Bei Claude Sautet mit Sicherheit nicht. Romy Schneider hat auch einmal geliebt (Sami Frey), heiratete aber jemand anderen, nachdem der Eine ohne Erklärungen verschwand. Im heutigen Sprachgebrauch würden wir von "Ghosting" sprechen, der schlimmsten Art, andere Menschen zu verletzen. Zu dem Zeitpunkt, da der Film eröffnet lebt sie bereits in Scheidung und trifft Montand. Dann aber kehrt der jüngere Liebhaber zurück und Montand reagiert unvorstellbar eifersüchtig. Alle Tricks probiert er, den Nebenbuhler unmöglich zu machen, Erfolg hat er aber nur damit, seine Frau in dessen Arme zu treiben. Jedoch: Die Passion der Eifersucht kann auch attraktiv wirken und Montand IST attraktiv, so knurrig, verletzbar und doch männlich. Sie jedenfalls kehrt zurück zu Montand und fühlt sich verloren und einsam. In seiner Verzweiflung bietet er dem Nebenbuhler an, mit ihnen gemeinsam in seinem Sommerhaus zu wonen. Eine klassische (sehr französische) Falle... Beide lieben Schneider und Schneider liebt beide. Das Glück aber ist nirgendwo in Sicht. Ein Labyrinth, in dem beide Männer sich sogar lernen, zu mögen. Sautet beherrscht sein Sujet bis hin zum perversen Finale. Er ist einer der ganz grossen Beobachter in der Geschichte des Kinos. (Du findest den Film auf youtube)
youtube: Claude Sautet - Cesar Et Rosalie (german dubbed). Wir haben eine Romy Schneider Reihe in der Filmkunstbar Fitzcarraldo für euch aufgestellt! Und wir zeigen heute auch Romy Scheider. - Yves Montand ist der Inbegriff des franzöischen Intellektuellen mit linksliberalen Überzeugungen. Romy Schneider ist der Traum eines jeden Jungens meiner Generation (nicht nur meiner!). Claude Sautet hat mit beiden einen Film über Liebe und Hass gemacht. Montand spielt einen Alteisenhändler mit internationalen Verbindungen, Schneider eine Frau, die manchmal bei ihm lebt und ihn manchmal liebt. Diese Manchmal-Phasen müssen aber nicht zwingend zeitgleich ablaufen. Es ist ein typisch französischer Film mit der besonderen (französischen) Qualität, etwas Simples wie die Liebe furchtbar kompliziert darzustellen. Zum Vergleich: In einem "normalen" Film liebt man und nichts anderes zählt mehr. Natürlich ist man auch jung. Die Liebe eines reifen Mannes wie Montand mag dagegen lächerlich erscheinen. Oder nicht? Bei Claude Sautet mit Sicherheit nicht. Romy Schneider hat auch einmal geliebt (Sami Frey), heiratete aber jemand anderen, nachdem der Eine ohne Erklärungen verschwand. Im heutigen Sprachgebrauch würden wir von "Ghosting" sprechen, der schlimmsten Art, andere Menschen zu verletzen. Zu dem Zeitpunkt, da der Film eröffnet lebt sie bereits in Scheidung und trifft Montand. Dann aber kehrt der jüngere Liebhaber zurück und Montand reagiert unvorstellbar eifersüchtig. Alle Tricks probiert er, den Nebenbuhler unmöglich zu machen, Erfolg hat er aber nur damit, seine Frau in dessen Arme zu treiben. Jedoch: Die Passion der Eifersucht kann auch attraktiv wirken und Montand IST attraktiv, so knurrig, verletzbar und doch männlich. Sie jedenfalls kehrt zurück zu Montand und fühlt sich verloren und einsam. In seiner Verzweiflung bietet er dem Nebenbuhler an, mit ihnen gemeinsam in seinem Sommerhaus zu wonen. Eine klassische (sehr französische) Falle... Beide lieben Schneider und Schneider liebt beide. Das Glück aber ist nirgendwo in Sicht. Ein Labyrinth, in dem beide Männer sich sogar lernen, zu mögen. Sautet beherrscht sein Sujet bis hin zum perversen Finale. Er ist einer der ganz grossen Beobachter in der Geschichte des Kinos. (Du findest den Film auf youtube)
Montag, 3. April 2017
youtube: L'Amant
youtube: L'Amant. Marguerite Duras Roman L'Amant beschreibt die Liebesgechichte einer jungen Französin mit einem älteren Chinesen in Indochina während der 20er Jahre. Duras bemerkte dazu, dass ihr Roman autobiographisch sei - womöglich resultiert er aber aus ihrer Phantasie. Zumindest umfasst L'Amant alles, was an derartigen erotischen Phantasien zu haben ist (der Altersunterschied, zwei Menschen zweier Ethnien, die unterschiedliche soziale Herkunft - also die Begegnung zweier Fremder). Liebe ist hier rein körperlich, denn viel kommuniziert wird ansonsten nicht. Falls ich Duras Unrecht tue und all das tatsächlich stattfand, so trägt Regisseur Jean-Jacques Annauds Hochglanz-Ästhetik wenig dazu bei, sich NICHT wie in einem Softcore zu fühlen. Vor allem stört bei seiner Inszenierung, dass ich nie den Eindruck hatte, hinter seinen Fassaden (die schöne Französin, der geheimnisvolle Chinese) steckten echte Menschen. Jane March spielt den Teenager, der in Saigon zur Schule geht. Hongkong Star Tony Leung gibt den reichen Aristokraten. Gleich vom ersten Moment an erleben sie ihre Liebe wie einen Donnerschlag: Sie sehen sich, sie wollen sich! Ab diesem Moment treffen sie sich regelmässig in einem kleinen Raum in einem Etablissement, um sich ihren Gelüsten hinzugeben. Das Leben findet draussen statt, nicht aber in diesen vier Wänden. Eigentlich hasst das Mädchen ihr Leben. Sie hasst ihre kaputte Familie, die Lehrer und ihre Mitschüler. Über ihn erfahren wir weniger: Er entstammt einer stolzen Familie und man suchte seine Frau gezielt aus für ihn. Eine Stammhalterin. Natürlich gehen sie - das Mädchen - und er - der Aristokrat - eine verbotene Liebesbeziehung miteinander ein. Umso mehr, da sie unterschiedlicher "Rasse" sind. Da sie sich in der Gesellschaft niemals miteinander sehen lassen können, sind dem Film die sozialen Rollenbilder der Zeit egal. Im Grunde erfahren wir darüber nichts. Die Liebe findet in dem kleinen Raum, im Bett statt. Das Mädchen und der Aristokrat, sie sind hier nicht mehr als zwei Körper. Was aber denken diese beiden Menschen wirklich übereinander? Lieben sie im selben Sinne? Bedeutet "Liebe" überhaupt dasselbe für die Beiden? Bedeutet die Affäre für beide eine Art Flucht? Oder ist es schlicht ein sexuelles Arrangement? Hätten beide sich auch in Paris verliebt? Ich würde gern mehr über beide erfahren, Annaud aber lässt mich nicht. (Du findest den Film auf youtube)
youtube: L'Amant. Marguerite Duras Roman L'Amant beschreibt die Liebesgechichte einer jungen Französin mit einem älteren Chinesen in Indochina während der 20er Jahre. Duras bemerkte dazu, dass ihr Roman autobiographisch sei - womöglich resultiert er aber aus ihrer Phantasie. Zumindest umfasst L'Amant alles, was an derartigen erotischen Phantasien zu haben ist (der Altersunterschied, zwei Menschen zweier Ethnien, die unterschiedliche soziale Herkunft - also die Begegnung zweier Fremder). Liebe ist hier rein körperlich, denn viel kommuniziert wird ansonsten nicht. Falls ich Duras Unrecht tue und all das tatsächlich stattfand, so trägt Regisseur Jean-Jacques Annauds Hochglanz-Ästhetik wenig dazu bei, sich NICHT wie in einem Softcore zu fühlen. Vor allem stört bei seiner Inszenierung, dass ich nie den Eindruck hatte, hinter seinen Fassaden (die schöne Französin, der geheimnisvolle Chinese) steckten echte Menschen. Jane March spielt den Teenager, der in Saigon zur Schule geht. Hongkong Star Tony Leung gibt den reichen Aristokraten. Gleich vom ersten Moment an erleben sie ihre Liebe wie einen Donnerschlag: Sie sehen sich, sie wollen sich! Ab diesem Moment treffen sie sich regelmässig in einem kleinen Raum in einem Etablissement, um sich ihren Gelüsten hinzugeben. Das Leben findet draussen statt, nicht aber in diesen vier Wänden. Eigentlich hasst das Mädchen ihr Leben. Sie hasst ihre kaputte Familie, die Lehrer und ihre Mitschüler. Über ihn erfahren wir weniger: Er entstammt einer stolzen Familie und man suchte seine Frau gezielt aus für ihn. Eine Stammhalterin. Natürlich gehen sie - das Mädchen - und er - der Aristokrat - eine verbotene Liebesbeziehung miteinander ein. Umso mehr, da sie unterschiedlicher "Rasse" sind. Da sie sich in der Gesellschaft niemals miteinander sehen lassen können, sind dem Film die sozialen Rollenbilder der Zeit egal. Im Grunde erfahren wir darüber nichts. Die Liebe findet in dem kleinen Raum, im Bett statt. Das Mädchen und der Aristokrat, sie sind hier nicht mehr als zwei Körper. Was aber denken diese beiden Menschen wirklich übereinander? Lieben sie im selben Sinne? Bedeutet "Liebe" überhaupt dasselbe für die Beiden? Bedeutet die Affäre für beide eine Art Flucht? Oder ist es schlicht ein sexuelles Arrangement? Hätten beide sich auch in Paris verliebt? Ich würde gern mehr über beide erfahren, Annaud aber lässt mich nicht. (Du findest den Film auf youtube)
Sonntag, 2. April 2017
youtube: Guillermo Del Toro - The Devil's Backbone (engl. subt.)
youtube: Guillermo Del Toro - The Devil's Backbone (engl. subt.). Del Toro ist immer dann am besten, wenn er sich düsterer Romantik hingibt. Gerade arbeitet er an einem Fantasy Film, der während der Ära des kalten Krieges der frühen 60er spielt (The Shape Of Water). Polit-Parabel in Märchenform - niemand kann das wie er! Deshalb zeigen wir The Devil's Backbone. - Ich finde Geister auf der Leinwand nur dann interessant, wenn sie einen Grund haben zum Handeln. Existieren sie lediglich, weil der Drehbuchautor uns ein bisschen Angst machen wollte, sind sie nichts für mich. The Devil's Backbone ist eine tieftraurige und wunderschöne Geistergeschichte des Mexikaners Guillermo Del Toro. De Toro versteht, dass Geister traurige Wesen sind. Es ist nicht so, dass sie uns erschrecken wollen. Etwas in ihrer Vergangenheit, wurde nicht aufgearbeitet, so dass sie es noch nach ihrem Tod mitteilen wollen. Nur so können sie ihren Frieden finden. The Devil's Backbone spielt während der letzten Tage des spanischen Bürgerkriegs. Francos Faschisten streben ihrem Sieg entgegen, während linke Aktivisten in einem Waisenhaus abwarten, dass die Greuel des Krieges endlich vorüber sein mögen. Ein riesiges Krufizix versucht das Waisenhaus als katholische Institution zu tarnen, während die Aktivisten aber jederzeit bereit sind, zu fliehen. Im Hof schlug eine Bombe ein, die nun dort thront wie eine unwürdige Skulptur. Man hat den Waisenkindern erzählt, sie könnte nicht mehr explodieren. Die Kinder aber glaubens nicht. Nun trifft ein neuer Junge ein; Carlos (Fernando Tielve). Man tuschelt, er würde in Bett Nummer 12 untergebracht werden. Es ist Santis Bett, flüstern die Kinder ängstlich. Santi war ein Junge, der starb. Immer noch, so munkelt man, hätten einige den Geist Santis gesehen, der im Waisenhaus spukt. Währenddessen lernt Carlos, wer Freund oder Feind ist in seinem neuen Zuhause. Die ominöseste Erscheinung, das ist der Hausmeister Jacinto (Eduardo Noriega), der früher selbst als Waisenkind dort aufwuchs. Geleitet wird das Heim von Dr. Casares (Federico Luppi), einem Mann, der stets in sich vertieft scheint und Carmen (Marisa Paredes), die ein Holzbein trägt. Dann wäre da das verführerische Dienstmädchen Conchita (Irene Visedo), mit der Jacinto gelegentlich schläft. Nach und nach findet Carlos alles heraus, was im Heim vor sich geht - und schliesslich sieht er den Geist! Eines nachts soll Carlos Wasser holen und er dringt ein in die Untiefen des Gebäudes. Es ist eine dieser Szenen, in denen vornehmlich nichts Aussergewöhnliches geschieht und wir genau deshalb Angst bekommen. Was geschieht und warum, darf an dieser Stelle auf keinen Fall verraten werden. Es ist das schöne Geheimnis von Del Toros Film, das es gilt, aufzulösen... Der Mexikaner hatte in den 90ern seine Karriere mit schönen Indie Produktionen und einem Hollywood Film begonnen. The Devil's Backbone kennt sich aus im Horror-Genre (der goldene Käfer, Insekten, der Schul-Geist), benutzt aber Symbole, die nur denen vertraut sein dürften, die sich mit dem spanischen Bürgerkrieg beschäftigten: Die aufrecht stehende Bombe der Faschisten oder das erwachsene Kind in Gestalt von Jacinto. Ich denke, Carlos stellt die Zukunft Spaniens dar, auf die alle so sehnsüchtig warten. Del Toros Kunst besteht darin, dass seine Symbole nicht nur für sich stehen, sondern die wundervolle Atmosphäre seines Films ausmachen. Es ist ganz gleich, ob du dich nie mit Franco beschäftigt hast - The Devil's Backbone funktioniert auch als schaurig schöner Geisterfilm! (Du findest den Film auf youtube mit englischen Untertiteln.)
youtube: Guillermo Del Toro - The Devil's Backbone (engl. subt.). Del Toro ist immer dann am besten, wenn er sich düsterer Romantik hingibt. Gerade arbeitet er an einem Fantasy Film, der während der Ära des kalten Krieges der frühen 60er spielt (The Shape Of Water). Polit-Parabel in Märchenform - niemand kann das wie er! Deshalb zeigen wir The Devil's Backbone. - Ich finde Geister auf der Leinwand nur dann interessant, wenn sie einen Grund haben zum Handeln. Existieren sie lediglich, weil der Drehbuchautor uns ein bisschen Angst machen wollte, sind sie nichts für mich. The Devil's Backbone ist eine tieftraurige und wunderschöne Geistergeschichte des Mexikaners Guillermo Del Toro. De Toro versteht, dass Geister traurige Wesen sind. Es ist nicht so, dass sie uns erschrecken wollen. Etwas in ihrer Vergangenheit, wurde nicht aufgearbeitet, so dass sie es noch nach ihrem Tod mitteilen wollen. Nur so können sie ihren Frieden finden. The Devil's Backbone spielt während der letzten Tage des spanischen Bürgerkriegs. Francos Faschisten streben ihrem Sieg entgegen, während linke Aktivisten in einem Waisenhaus abwarten, dass die Greuel des Krieges endlich vorüber sein mögen. Ein riesiges Krufizix versucht das Waisenhaus als katholische Institution zu tarnen, während die Aktivisten aber jederzeit bereit sind, zu fliehen. Im Hof schlug eine Bombe ein, die nun dort thront wie eine unwürdige Skulptur. Man hat den Waisenkindern erzählt, sie könnte nicht mehr explodieren. Die Kinder aber glaubens nicht. Nun trifft ein neuer Junge ein; Carlos (Fernando Tielve). Man tuschelt, er würde in Bett Nummer 12 untergebracht werden. Es ist Santis Bett, flüstern die Kinder ängstlich. Santi war ein Junge, der starb. Immer noch, so munkelt man, hätten einige den Geist Santis gesehen, der im Waisenhaus spukt. Währenddessen lernt Carlos, wer Freund oder Feind ist in seinem neuen Zuhause. Die ominöseste Erscheinung, das ist der Hausmeister Jacinto (Eduardo Noriega), der früher selbst als Waisenkind dort aufwuchs. Geleitet wird das Heim von Dr. Casares (Federico Luppi), einem Mann, der stets in sich vertieft scheint und Carmen (Marisa Paredes), die ein Holzbein trägt. Dann wäre da das verführerische Dienstmädchen Conchita (Irene Visedo), mit der Jacinto gelegentlich schläft. Nach und nach findet Carlos alles heraus, was im Heim vor sich geht - und schliesslich sieht er den Geist! Eines nachts soll Carlos Wasser holen und er dringt ein in die Untiefen des Gebäudes. Es ist eine dieser Szenen, in denen vornehmlich nichts Aussergewöhnliches geschieht und wir genau deshalb Angst bekommen. Was geschieht und warum, darf an dieser Stelle auf keinen Fall verraten werden. Es ist das schöne Geheimnis von Del Toros Film, das es gilt, aufzulösen... Der Mexikaner hatte in den 90ern seine Karriere mit schönen Indie Produktionen und einem Hollywood Film begonnen. The Devil's Backbone kennt sich aus im Horror-Genre (der goldene Käfer, Insekten, der Schul-Geist), benutzt aber Symbole, die nur denen vertraut sein dürften, die sich mit dem spanischen Bürgerkrieg beschäftigten: Die aufrecht stehende Bombe der Faschisten oder das erwachsene Kind in Gestalt von Jacinto. Ich denke, Carlos stellt die Zukunft Spaniens dar, auf die alle so sehnsüchtig warten. Del Toros Kunst besteht darin, dass seine Symbole nicht nur für sich stehen, sondern die wundervolle Atmosphäre seines Films ausmachen. Es ist ganz gleich, ob du dich nie mit Franco beschäftigt hast - The Devil's Backbone funktioniert auch als schaurig schöner Geisterfilm! (Du findest den Film auf youtube mit englischen Untertiteln.)
Samstag, 1. April 2017
youtube: Ghost In The Shell
youtube: Ghost In The Shell - und zwar das japanische Anime Original, bevor ihr ins Kino dürft! - Ghost In The Shell spielt im nächsten Jahrtausend, in einer Welt, in der Menschen und Cyborgs co-existieren. Cyborgs sind zum Teil menschlich, aber auch Maschine und Computer. Der Puppetmaster beschreibt "sich" selbst als "lebend", wobei man ihn einst austrickste und ihm den Körper eines Cyborgs auferlegte (obwohl er zuvor einen menschlichen Körper besetzte). Dieser eigentliche Körper wurde getötet. Nun ist der Puppetmaster auf der Suche nach einem neuen Wirt. Ghost In The Shell darf als grösster japanischer Anime-Film überhaupt gelten! Exakt das richtige Futter für Nerds, die Heavy Metal und solche Sachen lesen. Ghost In The Shell hat jedenfalls genug Sex und Gewalt zu bieten, um Anerkennung zu finden. Im Grunde schliesst er an die Tradition klassischem Science Fictions an, denn genauso abstrakt und wissenschaftlich sprechen hier die Protagonisten. Die Hauptfigur heisst Major Motoko Kusanagi und sie führt eine intelligente Mission durch (sie ist übrigens ein Cyborg, der aber über einen letzten Rest Menschseins verfügt und zwar die Seele). Ihr Gegner: Der Puppetmaster, der als grösster Gangster des Universums gelten darf. Der Major verfügt in diesem Kampf über bestimmte Fähigkeiten; so kann sie unsichtbar werden oder in den Geist von anderen eintauchen. Die besten Gespräche handeln von der grossen Frage, was es bedeutet, "menschlich" zu sein. Alles, was wir in einem Menschenleben lernen ist doch nichts im Vergleich zum Meer digitaler Informationen! Ist eine Kreatur, die mehr Informationen aufnehmen kann nicht auch dementsprechend "menschlicher"? Ghost In The Shell wirkt aber auch wie ein klassischer Film Noir, so düster ist diese Welt der Menschen und Cyborgs. Übrigens hält er sich strikt an eine unausgesprochene Anime Regeln: Im Zentrum bewundern wir starke Frauen, die aber auch gern nackt ins Bild laufen. Ghost In The Shell vollbrachte den Sprung in den Mainstream, obgleich ich nicht jede Enthüllung der Geschichte im zweiten Teil befriedigend fand. Doch wer wird schon meckern, angesichts derartig phantastischer Bilder? (Du findest den Film auf youtube)
youtube: Ghost In The Shell - und zwar das japanische Anime Original, bevor ihr ins Kino dürft! - Ghost In The Shell spielt im nächsten Jahrtausend, in einer Welt, in der Menschen und Cyborgs co-existieren. Cyborgs sind zum Teil menschlich, aber auch Maschine und Computer. Der Puppetmaster beschreibt "sich" selbst als "lebend", wobei man ihn einst austrickste und ihm den Körper eines Cyborgs auferlegte (obwohl er zuvor einen menschlichen Körper besetzte). Dieser eigentliche Körper wurde getötet. Nun ist der Puppetmaster auf der Suche nach einem neuen Wirt. Ghost In The Shell darf als grösster japanischer Anime-Film überhaupt gelten! Exakt das richtige Futter für Nerds, die Heavy Metal und solche Sachen lesen. Ghost In The Shell hat jedenfalls genug Sex und Gewalt zu bieten, um Anerkennung zu finden. Im Grunde schliesst er an die Tradition klassischem Science Fictions an, denn genauso abstrakt und wissenschaftlich sprechen hier die Protagonisten. Die Hauptfigur heisst Major Motoko Kusanagi und sie führt eine intelligente Mission durch (sie ist übrigens ein Cyborg, der aber über einen letzten Rest Menschseins verfügt und zwar die Seele). Ihr Gegner: Der Puppetmaster, der als grösster Gangster des Universums gelten darf. Der Major verfügt in diesem Kampf über bestimmte Fähigkeiten; so kann sie unsichtbar werden oder in den Geist von anderen eintauchen. Die besten Gespräche handeln von der grossen Frage, was es bedeutet, "menschlich" zu sein. Alles, was wir in einem Menschenleben lernen ist doch nichts im Vergleich zum Meer digitaler Informationen! Ist eine Kreatur, die mehr Informationen aufnehmen kann nicht auch dementsprechend "menschlicher"? Ghost In The Shell wirkt aber auch wie ein klassischer Film Noir, so düster ist diese Welt der Menschen und Cyborgs. Übrigens hält er sich strikt an eine unausgesprochene Anime Regeln: Im Zentrum bewundern wir starke Frauen, die aber auch gern nackt ins Bild laufen. Ghost In The Shell vollbrachte den Sprung in den Mainstream, obgleich ich nicht jede Enthüllung der Geschichte im zweiten Teil befriedigend fand. Doch wer wird schon meckern, angesichts derartig phantastischer Bilder? (Du findest den Film auf youtube)
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