Samstag, 11. Juni 2016

Our Daily Free Stream: Ozu - A Story Of Floating Weeds (engl. subt.)


Our Daily Free Stream: Ozu - A Story Of Floating Weeds (engl. subt.). Wer Filme wirklich liebt - der landet früher oder später bei Ozu. Er ist der ruhigste, der freundlichste aller Regisseure. Seine Filme sind die humanistischsten, die heitersten. Die Gefühle in seinen Filmen wirken so stark und tief, da sie sich mit den Themen beschäftigen, die für uns am wichtigsten sind: Mit Kindern und Eltern, der Ehe oder einem Leben allein. Sie handeln davon, sich umeinander zu kümmern. Geboren wurde Yasujiro Ozu 1903; er starb 1963. Bis in die 70er hinein, kannte man seine Filme aber nur ausnahmsweise ausserhalb Japans. Bis heute kann ich nicht behaupten, dass viele Kunden in der Filmkunstbar Fitzcarraldo nach Ozu Filmen fragen. Es funktioniert anders herum: Ich empfehle Ozu und kann damit viele Kunden glücklich machen. Wer mal einen Ozu Film im Kino erleben durfte, der wird bestätigen: Nie hört man mehr Gäste weinen! Im Grunde ist es unmöglich, den besten Ozu Film zu bestimmen. Man muss seine Filme als Ganzes betrachten, als Kunstwerk auf höchstem Niveu. Normalerweise werden zwei Generationen betrachtet, denn Ozu macht Familien Dramen. Nur ganz selten offenbaren seine Charaktere ihre Gefühle. Ihre wichtigsten Entscheidungen werden nur angedeutet - bleiben unausgesprochen. Ozu hat mit grosser Weisheit durchschaut, wie wir unseren Egoismus immer wieder so ausbalancieren, dass wir mit anderen Menschen zusammenleben können. Für mich ist Floating Weeds so etwas wie ein Musikstück, dass ich immer wieder hören kann. Dieser stille Film bietet einige Charaktere, die für mich fast wie gute Nachbarn geworden sind. Im Mittelpunkt steht ein Egoist. Floating Weeds ist kein trauriger Film, im Gegenteil, die Hauptfigur ist witzig, starrköpfig und auch berührend. Sein Name: Komajuro (Ganjiro Nakamura). Er leitet eine Gruppe von Wanderschauspielern. Seine Geliebte Sumiko (die schöne Machiko Kyo) verhält sich stets loyal ihm gegenüber, genauso wie die übrigen Schauspieler. Uns aber wird schnell klar, dass etwas schief läuft mit ihnen... Die Geschichte von Floating Weeds könnte man als Tragödie, als Musical, sogar als Oper erzählen. Ozu aber entscheidet sich dafür, einfach das Leben abzufilmen. Er führt es als Verkettung des Alltäglichen vor. Ozu liebt seine Charaktere viel zu sehr, um sie dramatischen Hochs und Tiefs auszusetzen. Floating Weeds folgt dem Rhythmus des "ganz normalen" Lebens. Dabei werden wir nicht von einem Punkt des Plots zum nächsten geführt. Ozu benutzt seinen virtuosen Stil immer wieder, um uns zum Nachdenken, zum Verweilen zu bringen. Er platziert seine Kamera stets unterhalb seiner Schauspieler. Zwischen den Szenen fügt er immer wieder seine wundervollen Stilleben ein: Eine Landschaft, Architektur, ein Banner im Wind... Die Kamera bewegt sich nie. Ozu bietet nicht einmal Auflösungen, nur Cuts zwischen den einzelnen Kompositionen. Die Wirkung ist besinnlich, wir denken über uns selbst nach, anstatt einfach zu reagieren. Die Musik von Kojun Saito gibt dem Ganzen ein nostalgisches Flair, so als ob wir einem Traum beiwohnen. 54 Filme dreht Ozu - immer wieder mit denselben Schauspielern und Technikern. Er sagte einmal, dass er seinen eigenen Stil formelhaft im Kopf hätte und dabei keine unnötigen Imitationen anderer Meister nötig hätte. Ozu stellte seine eigenen Regeln auf und befolgte sie. Ist dir aufgefallen, dass sich die Schauspieler bei Ozu gar nicht ansehen, während sie miteinander reden? Hat es dich gestört oder erschien es dir ganz selbstverständlich? Ozu ist für mich der Japanischste aller Filmemacher. Er probierte sein Material immer und immer wieder, verfeinerte es, variierte es - immer behielt er dabei seinen eigenen Stil bei. Ganz so wie die alten Meister bildender Kunst in Japan. Neuland zu betreten war nichts für Ozu, wohl aber die immer wieder neue Gestaltung eines Themas. Obwohl seine Filme so weit entfernt von uns spielen, können wir doch auf die eine oder andere Weise alle Menschen, die wir kennen, darin wieder erkennen.

Freitag, 10. Juni 2016

Berlin Vor Ort


Berlin vor Ort

Part 1: 1927-1980
Berlin als Schauplatz für Spielfilme. Wo wurden die schönsten davon gedreht?

Donnerstag, 9. Juni 2016

Our Daily Free Stream: Jim Jarmusch - Dead Man


Our Daily Free Stream: Jim Jarmusch - Dead Man. Zum Geburtstag von Johnny Depp! - Einer der Filme, die immer gern und immer wieder nachgefragt werden in der Filmkunstbar Fitzcarraldo ist Jim Jarmuschs Dead Man mit Johnny Depp. Dead Man, ein Gruss aus der Blütezeit des amerikanischen Indie Films der 90er! Zur Geschichte: Irgendwann in der Mitte des 18. Jahrhunderts reist William Blake (Johnny Depp) von Cleveland, wo seine Eltern gerade verstarben, in den Westen. Sein Anzug sitzt so possierlich, als würde Blake ganz bewusst nach Ärger suchen im wilden Westen. Während der Überfahrt verweilt die Kamera im Innern des Zuges, zeigt Blake, inmitten einiger widerlicher Gestalten, um dann wieder die Weite der Prärie zu zeigen. Um eine Frage vorweg zu beantworten: Gibt es eine Verbindung von William Blake und dem englischen Poeten? Wohl nur die, dass sie denselben Namen tragen. Unser Blake hat von dem Engländer noch nie etwas gehört. Übrigens, ein Jobangebot hat Blake in den Westen gelockt. Schliesslich ist er am Ziel und steht vor einer satanischen Mühle. Die Dickinson Stahlwerke nachts sehen aus wie die Brutstätte des Bösen. Hier will Blake als Buchhalter beginnen. Der Bürovorsteher (John Hurt) aber eröffnet ihm, dass dieser Job nicht länger exisitere. Blake ist entsetzt! Seinen letzten Penny gab er aus, um zu Dickinson zu reisen. Er spricht vor bei dem Inhaber höchstpersönlich, dargestellt von Robert Mitchum, posierend zwischen einem ausgestopften Braunbären und einem Portrait seiner selbst. Blake wird mit einem Gewehrstutzen empfangen und dem Rat, sofort zu verschwinden. Offensichtlich ist Dickinson dem Wahnsinn verfallen. Als Blake auf ein unglückliches Blumenmädchen trifft und sie in sein Hotelzimmer einlädt, wird Blake erneut konfrontiert. Der Liebhaber des Mädchens stürzt herein, es kommt zum Feuergefecht. Angeschossen flieht Blake in den Wald. Unnötig zu erwähnen, dass der Liebhaber Dickinsons Sohn ist, so dass sich eine Rotte des Industrie-Moguls aufmacht, Blake zu verfolgen... Im Wald aber naht Hilfe. Nobody (Gary Farmer), ein ausgesprochen kultivierter Indianer, versorgt Blakes Wunde, die allerdings bereits lebensbedrohlich ist. Nobody seinerseits kennt den englischen Poeten und behandelt den Angeschossenen als ob er es wäre. Diese beiden Männer unternehmen eine Odyssee, verfolgt von Killern, auf der Suche nach Blakes Bestimmung, seinem ultimativen Schicksal. Was für eine Verbindung: Der Mystizismus des Original Blakes und der amerikanischen Eingeborenen! Dead Man ist ein ausgesprochen merkwürdiger und sehr langsamer Film. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt über die Bedeutung dieses psychodelischen Westerns - böse Zungen behaupten, dass der Film dafür gar nicht genug Gehalt hätte! Die wundervollen Schwarzweiss Aufnahmen von Robby Muller machen uns bewusst, wie einsam es eigentlich im Westen gewesen sein muss. Einzig Nobody bringt etwas Wärme in dieses Szenario. Er spricht so wie ein New Age Guru, während Blake traurig und verloren dahin treibt. Während der letzten 30 Minuten wird das Gefühl des Verlorenseins verstärkt durch Neil Youngs Gitarren-Soundtrack. Angeblich hat er alles im ersten Take eingespielt. Jarmusch zeigte Young seinen Film und liess den Alt-Rocker improvisieren. Wenn du den Film am hellichten Nachmittag ansiehst, magst du glauben, da hätte einfach jemand seine Gitarre auf den Boden geworfen. Lässt du dich aber abends auf den Film ein und zündest noch ein paar Kerzen an, entfaltet gerade Neil Youngs Gitarre ihre Magie. Jim Jarmusch müssen wir als den Dritten auf dieser Reise begreifen. Wohin es geht? Er scheint es selbst nicht zu wissen. Ist der weisse Mann verdammt und der Eingeborene Spirituell überlegen? Sind es die Maschinen des Ostens, die den Westen zerstören? Gibt es keine andere Stadt, in der ein Buchhalter benötigt wird? Man könnte sich diese Fragen stellen oder Dead Man einfach auf sich wirken lassen. Als einen Rausch des Todes. "Is this a holy thing to see In a rich and fruitful land, Babes reduced to misery, Fed with cold and usurous hand?" (der "Original" William Blake)

Mittwoch, 8. Juni 2016

Our Daily Free Stream: sidney Lumet - Murder On The Orient Express


Our Daily Free Stream: Sidney Lumet - Murder On The Orient Express. Alarm, gedämpftes französisch, ein unruhiges Auf- und Ab auf dem Gang. Hercule Poirot tritt auf, wie immer mit zurückgegeltem Haar; sein Schnurrbart aber ist zerrupft. Er zuckt die Achseln, blickt in den Gang. Am nächsten Morgen erfährt man, dass der hassenswerte amerikanische Millionär erstochen wurde. Ein Fall für Poirot, den berühmten Detektiv! Nach einem angemessenen Frühstück akzeptiert er, ihn zu übernehmen. Die Anzahl der Verdächtigen ist enorm und umfasst jeden, der an Bord des Orient-Express von Istanbul nach Calais weilt. Poirot führt eine Reihe von Befragungen durch und taucht ein in ein Netz aus Intrigen, dass so tief und verworren ist, wie nur Agatha Christie es entwerfen kann! Ein wahres Labyrinth der Verdachtsmomente! Bereits 1974, als der Krimi in den Kinos anlief, durfte man Murder on the Orient Express als einen Film betrachten, welcher der Vergangenheit angehört. Eine Ansammlung von Stars wirkt mit (bevorzugt solchen aus der Vergangeheit), angeführt von Albert Finney als Poirot. Finney hat mich am meisten beeindruckt, vor allem, weil er zu keinem Moment Finney WAR. Ich sah immer nur Poirot! Mit seiner Entenfrisur, seinen blitzenden, äusserst wachen Augen und dem zitternden Moustache, der stets etwas Unheilvolles anzukündigen scheint (kann ein Bart Gefühle ausdrücken?). Geradezu paranod sehen wir ihn den Korridor des Zuges auf und abstiefeln - ein Auftritt schönster Komödie! Der Krimi an sich, darf nicht als Thriller bezeichnet werden, einfach weil wir uns nie so fühlen. Es gibt keinen "Thrill", nur Amusement. Die Riege an Stars, sie darf hemmungslos überagieren, fast wie Comic Charaktere und all das wird von Sidney Lumet in dem wundervoll altmodischen Interieur gefilmt. Fast möchte ich meinen, dass hier Form und Inhalt überhaupt nicht zusammen passen! Zu den Stars: Lauren Bacall gibt eine widerliche Amerikanerin, Ingrid Bergman eine afrikanische Missionarin. Michael York ist von ungarischem Adel, Sean Connery ein britischer Offizier, der gerade aus Indien zurückkehrt. Richard Widmark erleben wir als russischen Aristokraten und Anthony Perkins als Widmarks Sekretär. Martin Balsam schliesslich spielt den Direktor der Bahngesellschaft. Diese Liste liesse sich weiter fortsetzen und offenbart so das technische Problem des Films: So viele Charaktere müssen eingeführt werden! Alle müssen sie am Leben erhalten werden! Darüber hinaus ein wahnsinnig komplizierter Plot - und alles in der klaustrophobischen Situation einer Zugfahrt. Lumet aber überspielt all das souverän mit technischer Raffinesse und seinem grossartigen Stilbewusstsein! Verwirrt werden wir nur, wenn er es will. Über den Plot soll nicht vielmehr verraten werden, als das hier nichts ist wie es scheint (was keine Überraschung ist bei einer Agatha Christie Adaption!). Wir geniessen dieses grossartige Unterhaltungskino, das immer wie ein Wink aus vergangenen Zeiten wirkt! Wir bestaunen die Ästhetik und Geschlossenheit des Werks! Ganz am Ende bittet Poirot, sämtliche Verdächtigen still zu sein, während er seine Theorien über den Fall vorträgt. Das ist das schönste am ganzen Film, wenn all die hochdekorierten Stars ihren Mund halten, während ER die Szene dominiert: Albert Finney.

Dienstag, 7. Juni 2016

Our Daily Free Stream: John Carpenter - Prince Of Darkness


Our Daily Free Stream: John Carpenter - Prince Of Darkness. Zwei Kurzfilme hat John Carpenter 2016 gedreht: Escape From New York und Distant Dream. Gings da mehr um die Musik? Oder gibts ein Leinwand Comeback? Erinnern wir uns an seine schwere Phase während der 80er - Tief unter der Erde, in den Krypten der alten Kirche schläft etwas, das nun erwacht. Es existiert seit 2000 Jahren und wartet auf uns - noch lange, bevor uns Jesus Christus davor warnen konnte. Nennen wir es das absolut Böse, grünlich und ohne Form... Ein alter Priester offenbart das Geheimnis des Schläfers und ein junger Pfarrer hilft mit theoretischem Wissen im Kampf gegen das Böse. Was für ein fesselnder, was für ein grandioser Beginn! Leider aber kommt John Carpenters halber Klassiker aus dem Jahr 1987 langsam aber sicher vom Weg ab. Hier wird kein Krieg der Wissenschaften gegen das Übernatürliche geführt, keiner zwischen der Gewissheit der sichtbaren und dem Chaos der subatomaren Welt. Es ist einfach nur ein weiterer Film geworden, in dem die Guten von den Bösen eine Weile lang beschäftigt werden, bis sich alles in einem finalen Showdown auflöst. Die Besetzung aber ist ordentlich: Donald Sutherland spielt den alten Priester und Victor Wong den Wissenschaftler. Ein Hauch der Okkultismus Klassiker aus den 70ern durchzieht The Prince Of Darkness, bevor er sich zur simplen Horror Mär wandelt. Um deutlich zu werden: Ein Film, der den Prinzen der Dunkelheit verspricht, muss mehr zu bieten haben, als grünes Zeug, das den Menschen ins Gesicht spritzt und sie in Zombies verwandelt, die blöd in der Gegend herumstehen. Und was machen die "kompetenten" Wissenschaftler? Sie begehen den grössten aller Horror Fehler und laufen einfach allein durch die Dunkelheit als leicht zu erheischende Opfer. Offensichtlich haben sie die Klassiker von Carpenter nie gesehen, sonst wüssten sie es! Das, was dem Film an Handlung fehlt, versucht er mit fetter Musik zu kompensieren. Komponiert hat John Carpenter wie immer selbst und seine Synthies klingen auch wirklich wie vom Teufel besessen! Was sehr effektiv einleitet, beginnt aber recht bald an den Nerven zu sägen. Im Grunde will uns Carpenters Soundtrack vermitteln, dass das, was wir sehen, doch nicht so banal ist! Dabei stecken in Prince Of Darkness so schöne Ansätze - die Anlage zu einem viel besseren Film! Ich mochte die Idee, dass die Menschen Radio Übertragungen aus der Zukunft in ihren Träumen empfangen. Ich mochte auch die Spiegel, welche die Überleitung zur anderen Dimension ermöglichen. Auch die Computer Gimmiks sind schön! Letztlich degeneriert das absolut Böse in Carpenters Film zu einer Rotte von Leuten, die sich gegenseitig verfolgen. Bin ich zu optimistisch, um mehr zu erwarten, insbesondere von John Carpenter?

Montag, 6. Juni 2016

Our Daily Free Stream: Ostrov (germ. subt.)

 Our Daily Free Stream: Ostrov (germ. subt.). Pavel Lungin meldet sich mit dem russischen Thriller queen Of Spades zurück. Gespannt! Deshalb zeigen wir heute seinen wundervollen Ostrov! - Wenn ich am DVD Tresen der Filmkunstbar Fitzcarraldo arbeite, fragt nie jemand nach Ostrov. Umgekehrt ist aber jeder glücklich, wenn er Ostrov gesehen und GENOSSEN hat! In Russland kam der Film 2006 ins Kino, bei uns erst drei Jahre später. Scheinbar galt Ostrov als schwer verkäuflich. Kein Wunder, steht doch die Ästhetik ganz im Sinne der russischen Klassiker der 60er! Der einheitliche Tenor der Kunden, welche die DVD dann aber liehen, ging so: "Ich hätte nie geglaubt, wie leicht der ist!" Das zentrale Motiv von Glauben und Schuld wird immer wieder gebrochen von einem Anflug absurden Humors. Der ist grösstenteils Pyotr Mamonov geschuldet, einem alten Schauspieler, der seine Rolle mit so viel Überzeugungskraft und Energie darbietet! Er spielt Vater Anatoly, einen Mönch, der auf einer entlegenen Insel voller Eis lebt. Während die Mehrheit der Mönche dort fromm und ergeben ist, muss man Anatoly als Exzentriker bezeichnen. Er lebt im Heizungs-Raum, wäscht sich und seine Kleidung nur selten und ist nicht gerade vorbildlich dabei, seine kirchlichen Dienste zu erfüllen. Oft werden seine Kollegen Opfer von Anatolys trockenen Witzen. Ausgerechnet er wird aber von der Dorfbevölkerung als Auserwählter betrachtet mit der Fähigkeit zu heilen. Vielleicht, weil er wirklich so aussergewöhnlich und exzentrisch ist? Anatoly entspricht der russischen Tradition des "heiligen Dummkopfs", jemand, dem man mehr zutraut als den eben nur ganz normal frommen Geistlichen. Immerhin, seine Entscheidung, ohne jegliche materielle Güter zu leben, provoziert die Kollegen. Und seine "heilenden" Ratschläge? Manchmal scheint es so, als würde er überhaupt jeden einfach nur verulken. Dann wieder erweckt der Film den Eindruck, Anatoly verfüge tatsächlich über Kräfte. Lungins Film ist wahrhaftig voller Schönheit, während uns das Spiel von Mamonov uns aufs Beste unterhält! Er wird gequält von Erinnerungen aus dem Krieg, dreissig Jahre zuvor, von den Verbrechen, die er beging. Die faszinierenden Ideen von Sünde, Vertrauen und Wiedergutmachung resultieren aus dieser Vergangenheit. Gibt es überhaupt etwas auszusetzen an Ostrov? Vielleicht das etwas zu konventionelle Ende, welches die aufgeworfenen Fragen ein gutes Stück weit zu vereinfachen sucht?

Sonntag, 5. Juni 2016

Our Daily Free Stream: John Hughes - Weird Science


Our Daily Free Stream: John Hughes - Weird Science. Ferris Bueller wird heute 30 und deshalb gibts Hughes dritte Teenie Komödie, die vielleicht am meisten unterschätzt wird. - John Hughes, der Autoren-Filmer, der wirklich weiss, wie Teenager denken und fühlen, landet seinen dritten Hit in Folge: Sein Rezept ist die Kombination aus Teenager Fantasien und Frankenstein! Zwei Nerds (Hughes würde korrigieren: Geeks!) träumen von der perfekten Frau, die sie in echt nie haben können (so meinen sie). Es gelingt ihnen aber, ein perfektes Playmate am Computer zu entwerfen und auf einmal steht sie vor ihnen: aus Fleisch und Blut! L.I.S.A. ist aber viel mehr als nur eine wunderschöne Blondine, sie ist auch eine sensible Frau und Beraterin. Hughes dritter Film spielt mit Fantasy Elementen, folgt aber einer einfachen Wahrheit: Das Träume eben doch wahr werden! Vorausgesetzt man ist ein Geek wie eben die beiden Hughes Spezies in Weird Science: "A geek is a guy who has everything going for him, but he's just too young. By contrast, a nerd will be a nerd all of his life."(Dazu gibts unsere Film List mit den besten Teenie Komödien der 80er auf cinegeek.de