Sonntag, 11. Dezember 2016

youtube: Seijung Suzuki - Tokyo Drifter (engl. subt.)

 youtube: Seijun Suzuki - Tokyo Drifter (engl. subt.). Seijun Suzuki war das längst gewohnt: Wenig Budget, knapp bemessene Zeit und drittklassiger Drehbücher. Er wusste seit den frühen 60ern, wie er mit viel Passion und Ideenreichtum kleine visuelle Perlen daraus basteln konnte. Dann die grosse Überraschung: Tokyo Drifter aus dem Jahr '66: Ein fast surrealer Genre-Mix, ein Film Noir, ganz der poppigen Go-Go 60s verpflichtet! Immerhin war man sich bei Suzukis Arbeitgeber Nikkatsu einig, dass diese Art, sämtliche Regeln des Filmemachens zu negieren, zu weit ging! Suzuki verlor seinen Job. Später entdeckte man ihn dann wieder, im Zuge der "Indie" Filmbewegung der 90er. Auf einmal schätzte man seine Fähigkeit, aus jeder Kamera-Einstellung das Maximale herauszuholen! Inhaltlich gehts in Tokyo Drifter um die grossen Themen des Film Noirs: Freundschaft (Loyalität!), Verrat, Romantik und Erpressung. Tetsuya (Tetsuya Watari), ein Yakuza, verliert seine Auftraggeber und irrt nunmehr ziellos durch Tokyo. Ein Drifter. Das mag vorhersehbar sein, doch was so sehr an Suzukis Meisterwerk begeistert, sind Schnitte, Farben und das einmalige Bühnenfragment! Im grandiosen Finale bleibt die Einteilung in "Gut" und "Böse" unbefriedigend. Gibt es diese Grössen überhaupt noch? Der nachfolgende, noch extremere Branded To Kill (den man keineswegs mit dem romantischen Tokyo Drifter vergleichen kann) schliesslich sorgte für Suzukis Rauswurf. Suzuki, eine Persona Non Grata.

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